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Freitag, 18.05.2012
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Finanzkommunikation: Was die Hausbank vom Gründer erfahren sollte

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Görlitz, 29. Mai 2011 (jk)
– In guten Zeiten ist das Verhältnis zwischen Unternehmern und Bank meist ein harmonisches. Die Kreditgeber wissen ihr Geld in sicheren Händen, die Kreditnehmer wirtschaften großzügig und gewinnbringend. Kommt eine Krise, kann sich das jedoch schnell ändern. Wer jetzt nicht auf ein Vertrauensverhältnis zu seiner Hausbank bauen kann, sieht sich schnell nicht nur mit gekürzten Kreditlinien und Ablehnungen neuer Kredite, sondern auch mit der Einmischung in Betriebsfragen konfrontiert. Eine Firma, die kurz vor dem Bankrott steht und deren Restkapitals zum größten Teil der Bank gehört, muss sich schon einmal einen neuen Geschäftsführer aufzwingen lassen, wenn die geldgebende Instanz dies zur Bedingung einer weiteren Zusammenarbeit macht.

Um in eine solche Situation gar nicht erst zu gelangen, ist Transparenz im Umgang mit der Hausbank von Beginn an ein wichtiges Gründerthema. „Die Zahlen im Businessplan sollten quasi nur die erste Welle auf dem Informationsstrom zwischen Gründer und Hausbank sein“, erklärt Andreas Schilling, Unternehmensexperte und Kopf der Gründerplattform www.alg-zuschuss.de. „Auch nach der Startphase sind alle Geldgeber, seien dies Banken, Kreditversicherer oder Halter von stillen Anteilen, immer interessiert an der aktuellen wirtschaftliche Lage des Unternehmens, in dem ihr Geld steckt. Sie wollen vom Unternehmer als mündige Partner angesehen werden, nicht als finanzielle Milchkuh.“

 Leider sind in Deutschland die meisten Betriebe weit von einer offenen Einstellung gegenüber ihren Geldgebern entfernt. Nur jedes siebte mittelständische Unternehmen bemüht sich laut einer aktuellen Studie des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) um eine verbesserte Finanzkommunikation. Der Grund liegt auf der Hand: Angst vor einem Rückzieher der Kreditgeber bei Verschlechterungen des Umsatzes, seien diese auch vorübergehend und nicht existenziell bedrohlich. Dabei ist diese bei den meisten Banken unbegründet, im Gegenteil: Wer frühzeitig sein Risikopotential offenlegt, vermeidet es, seine Kapitalgeber im Falle einer ausgewachsenen Krise zu erschrecken und dazu zu bewegen, ihren Einsatz zurückzuziehen. Die (zu) späte Information über ernste Umsatzeinbrüche wird von Banken in der Regel als Verleugnung der eigenen Notlage interpretiert und sät Misstrauen sowohl in die Fähigkeiten als auch in die Integrität des Unternehmers. Wer nach bestem Wissen und Gewissen wirtschaftet, muss bei Ausbleiben des großen Erfolges nicht verschämt schweigen, sondern kann durch einen offenen Austausch mit den Investoren sogar Verständnis für die Notwendigkeit weiterer Geldspritzen erreichen. Die besten Beispiele hierfür sind die Gewinner des jährlich stattfindenden Wettbewerbes „Beste Finanzkommunikation im Mittelstand“, den der Kreditversicherer Euler Hermes gemeinsam mit der Commerzbank, dem Bundeswirtschaftsministerium, dem BDI, der Gründerzeitschrift impulse sowie der Financial Times Deutschland vergibt. In allen Gewinnerbetrieben gab es handfeste Krisen, und in allen Fällen hatte die vorbildliche Offenheit gegenüber den Geldgebern dazu geführt, dass diese mit erhöhten Kontokorrentlinien, Zinssenkungen und langfristigen Darlehen halfen, den Wiederaufschwung wieder anzukurbeln.

 Die Möglichkeiten, seine Bank über die finanzielle Lage des eigenen Betriebs auf dem Laufenden zu halten, sind vielfältig und individuell zu gestalten. Die schriftliche Weitergabe aktueller Geschäftsdaten im Dreimonatsrhythmus bildet aber in jedem Fall ein solide (Vertrauens-)Grundlage.

Leistungen unter www.alg-zuschuss.de oder telefonisch unter +49(0)3581.76 70 03

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